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Zum Ende der Seite springen Kolonialzeit Deutsch-Südwestafrika
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s.oli   Zeige s.oli auf Karte s.oli ist männlich


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Kolonialzeit Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo.

ich hatte es geahnt, dass nun entsprechende Vorwürfe zurückgereicht werden. Dennoch hat es meiner Meinung nach gedauert bis das kollektive Gedächtnis etwas fand. Und wie immer wird aus dem gesamten Spektrum nur eine Wellenlänge analysiert, eben wie Farbenblinde.

Oli

(ausgelagert aus Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika, da das mit Fahrscheinen eher weniger zu tun hat -- androl)

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"Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen." Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister
13.06.2016 17:26 s.oli ist offline E-Mail an s.oli senden Homepage von s.oli Beiträge von s.oli suchen Nehmen Sie s.oli in Ihre Freundesliste auf
papazwo   Zeige papazwo auf Karte papazwo ist männlich
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RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Oli,

das mit der selektiven Wahrnehmung ist nun mal Menschlich. Ich glaube keiner von uns kann sich davon freisprechen. Egal ob es bei einem Verkehrsunfall, Ärger mit der Ehefrau oder mit der eigenen Geschichte geht, jeder nimmt das am deutlichsten Wahr was Ihn am meisten betrifft. Um so wichtiger ist es das man die Gesamtsituation versucht zu analysieren und für alle Parteien verständlich darzustellen.

Ich beschäftige mich ja schon lange mit der von Dir angesprochenen Frage der Kolonialverbrechen. Auch habe ich schon mehrfach einige der ehemaligen Kolonien bereist um mir ein persönliches Bild zu machen. Natürlich ist die seinerzeitige Vorgehensweise im Fall der Herero, aber natürlich auch anderer "Disziplinierungsmaßnahmen" durch die Schutztruppe, aus heutiger Sicht völlig inakzeptabel. Ich denke aber man muss das Ganze im Zusammenhang mit der Zeit sehen. Um 1900 gab es in Teilen Ostpreussen, Schlesiens usw. bei Großgrundbesitzern faktisch noch Leibeigenschaft, in der Schule war die Prügelstrafe an der Tagesordnung und im Militär wurde noch die Todesstrafe für, aus heutiger Sicht, kleinere Vergehen vollzogen. Und das war keineswegs nur bei den Deutschen so. Die militärischen Führer der Zeit waren alle Mitte des 19th Jahrhunderts geboren und mit den soldatischen Idealen des "Alten Fritz" erzogen worden. D.h. militärische Härte gegen alles was sich nicht der gegebenen Ordnung unterwarf. Das die Ereignisse in den Kolonien aber auch zu einem Nachdenken führte ist auch klar. Dies führte u.a. dazu, dass v. Trotha für seinen "Vernichtungsbefehl" gegen die Herero, 1905 seinen Rücktritt beim Kaiser einreichen musste. Es gab also auch seinerzeit schon scharfe Kritik gegen das überharte Vorgehen v. Trothas.
Zeitgleich wurde mit den "Befriedungsaktionen" seiner Zeit aber auch erreicht, dass die seit Jahrhunderten bestehenden Fehden zwischen einzelnen Volksstämmen aufhörten. Man muss nicht glauben das die Eingeborenen vor der deutschen Zeit dort friedlich zusammen gelebt haben.
Ich bereite gerade meine Reise an die Ostküste von Tansania vor. Bis zum Eintreffen der Deutschen war die Gegend ein Schwerpunkt des Sklavenhandels. Es gab regelrechte Raubzüge von der Küste ins Landesinnere. Und zwar von Schwarzen gegen Schwarze! Die seit Jahrhunderten dabei begangenen Menschenrechtsverletzung sind nur mangels Aufzeichnungen nicht so bekannt.
Das soll natürlich keine Entschuldigung für das Vorgehen von deutscher Seite sein, zeigt aber, dass die Zeit von der Durchsetzung des Gewaltmonopols geprägt war. Da waren die Deutschen nicht besser und auch nicht schlechte als andere.
Schlägt man den Bogen in die heutige Zeit, muss man feststellen, dass sich in großen Teilen Afrikas nicht viel geändert hat. Zwar sind die Kolonialherren nicht mehr da, dafür kommen die alten Stammesfehden wieder durch. Sei es im Tschad, Somalia, Kongo oder Burundi. Hutu und Tutzi sind die Stichworte.
Und wie schwer es ist dagegen etwas zu tun sieht man Heute. Ein Blick in die Nachrichten des Tages reicht. Seinerzeit wusste man sich nicht anders als durch einen "Vernichtungsbefehl" zu helfen.

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suche immer und überall nach allem zu den ehemaligen deutschen Schutzgebieten!!!!
14.06.2016 08:05 papazwo ist offline E-Mail an papazwo senden Homepage von papazwo Beiträge von papazwo suchen Nehmen Sie papazwo in Ihre Freundesliste auf
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RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Vielleicht liegt das auch daran, dass die 50-100.000 Herero der Kolonialzeit im Schatten der 6.000.000 Juden des 2. Weltkrieges stehen.

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14.06.2016 14:18 cat$man$ ist offline Beiträge von cat$man$ suchen Nehmen Sie cat$man$ in Ihre Freundesliste auf
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RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Was liegt daran?


Zitat:
Original von cat$man$
Vielleicht liegt das auch daran, dass die 50-100.000 Herero der Kolonialzeit im Schatten der 6.000.000 Juden des 2. Weltkrieges stehen.


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14.06.2016 15:27 papazwo ist offline E-Mail an papazwo senden Homepage von papazwo Beiträge von papazwo suchen Nehmen Sie papazwo in Ihre Freundesliste auf
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RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von cat$man$
Vielleicht liegt das auch daran, dass die 50-100.000 Herero der Kolonialzeit im Schatten der 6.000.000 Juden des 2. Weltkrieges stehen.

Ich dachte ja eher, Deutschland hätte in den letzten Jahrzehnten alle Vorkommnisse des 20. Jahrhunderts und vorher ausführlich aufgearbeitet und sich oft genug für vergangenes Fehlverhalten entschuldigt.
Bei den Herero ist die Aufarbeitung also noch nicht abgeschlossen? Wird sicher auch bald erledigt.
Dass etwas im Schatten der deutschen Judenvernichtung steht, könnte man sicherlich eher von Vergehen anderer Länder sagen. In manchen Ländern gelten Verbrecher des 20. Jahrhunderts immer noch als Helden. Ich würde mal behaupten, bei uns kommt das nicht vor, wir sind da extrem vorsichtig.

Derzeit wird zum Beispiel in München mal wieder über Straßenumbenennungen nachgedacht. Die Von-Trotha-Straße wurde schon 2007 in Hererostraße umbenannt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muen...gehen-1.3025870

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14.06.2016 15:45 androl ist offline E-Mail an androl senden Beiträge von androl suchen Nehmen Sie androl in Ihre Freundesliste auf
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RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Im aktuellen Spiegel gibt es dazu einen Artikel (6 Seiten). Darin werden Völkermordthese und Vernichtungsbefehl relativiert.
14.06.2016 16:37 Fitti ist offline E-Mail an Fitti senden Beiträge von Fitti suchen Nehmen Sie Fitti in Ihre Freundesliste auf
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Themenstarter Thema begonnen von s.oli
RE: Mal was anderes aus Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Fitti
Im aktuellen Spiegel gibt es dazu einen Artikel (6 Seiten). Darin werden Völkermordthese und Vernichtungsbefehl relativiert.



Hallo ,

das ist genau das, was ich ja auch meine.
Ich habe den Eindruck, dass, egal bei welchem Thema, 90 % der Medien nur noch einseitig berichten, weil sie zu wenig schreiben. Da wird nicht mehr als die Schlagzeile abgearbeitet ohne Hintergrundinfos zu liefern, wahrscheinlich auch ohne weitere Recherche des gesamten Zusammenhangs. Quasi mit Tunnelblick unterwegs sind. Man reisst einzelne Aktionen aus den Konsens und erzeugt somit ein völlig anderes Bild.
Leider ebenso die "öffentlich Rechtlichen".
Das könnte auch einen wirtschaftlichen Grund haben, so nach dem Motto: "hier Freier Jornanalist, mach mal 64 Zeilen bis morgen Mittag, mit dem und dem Fazit. Gib 300,- EUR dafür."
Dass die Leute da nicht "Qualitätspresse" rufen ist nur logisch.
Jeder der im Web einigermaßen beweglich ist bekommt schnell umfassendere Infos. Klar man muß schon die Quellen prüfen. Aber wie das derzeit so läuft ...
Das ist keine neutrale Berichterstattung.

Oli

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15.06.2016 15:48 s.oli ist offline E-Mail an s.oli senden Homepage von s.oli Beiträge von s.oli suchen Nehmen Sie s.oli in Ihre Freundesliste auf
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RE: Kolonialzeit Deutsch-Südwestafrika Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von s.oli
Hallo.
ich hatte es geahnt, dass nun entsprechende Vorwürfe zurückgereicht werden. Dennoch hat es meiner Meinung nach gedauert bis das kollektive Gedächtnis etwas fand. Und wie immer wird aus dem gesamten Spektrum nur eine Wellenlänge analysiert, eben wie Farbenblinde.
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Hallo Androl,

... ich fand das Thema "Mal etwas anderes....." garnicht so daneben, insbesondere die 23 Bilder, die man dort aufrufen kann. Da gibt es auch den Bahnhof zu sehen, etc.

Oli

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15.06.2016 15:54 s.oli ist offline E-Mail an s.oli senden Homepage von s.oli Beiträge von s.oli suchen Nehmen Sie s.oli in Ihre Freundesliste auf
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