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Geschrieben von specimen-chris am 23.04.2006 um 14:00:

  Stempel "Nicht umlauffaehig"

Hallo allerseits,

Wollte mich auch wieder einnmal zu Worte melden - nein, ohne Spaß, diesmal hab ich eine Frge an Euch. Help (Schild)

Diesmal geht es NICHT zum Thema SPECIMEN !! Achtung, Ironie (Schild)

Ich habe auf ebay 2 österreichische Banknten entdeckt (10 ATS und 20 ATS 1945). Darauf sind bei beiden Scheinen der Stempel NICHT UMLAUFFAEHIG. Diese Banknoten sind aber lt. Auskunft des Verkäufers UNC/UNC-

Was hat dieser Stempel eigentlich zu bedeuten ?

Bitte um "Aufklärung" Merci (Schild)

Grüße aus dem sonnnnnnigen GRAZ schickt Euch


Chris Österreich-Hüpfer Österreich-Hüpfer



Geschrieben von cat$man$ am 23.04.2006 um 16:02:

  RE: Nicht umlauffaehig

Aehm, "nicht Umlauffähig" ist für mich ein anderes Wort für SPECIMEN, würde ich sagen?

Wieso ist dies denn ein Widerspruch zu UNC?



Geschrieben von specimen-chris am 23.04.2006 um 16:33:

  RE: Nicht umlauffaehig

Zitat:
Original von cat$man$
Aehm, "nicht Umlauffähig" ist für mich ein anderes Wort für SPECIMEN, würde ich sagen?

Wieso ist dies denn ein Widerspruch zu UNC?


Hallo Manfred,

weil bei österreichischen (wie auch Deutschen) Banknoten, die SPECIMEN sind, entweder MUSTER oder SPECIMEN raufgestempelt ist. Den Stempel "NICHT UMLAUFFAEHIG" hab ich noch nie vorher gesehen.

Zur Frage, warum UNC: Ich hab mir gedacht, die sind gestempelt worden, weil sie für den "Verkehr" nicht mehr geeignet waren (vielleicht zu große Verschleißerscheinungen oder sonstiges). Aber das kann bei UNC ja nicht sein.

Naja, aus meiner Sicht kann ich nur sagen, dass ich noch immer ratlos bin.

Bitte um weitere "Aufklärung"

mfg

Chris



Geschrieben von captainpeter am 23.04.2006 um 17:04:

  RE: Nicht umlauffaehig

Artiklenummer bitte. Danke.

italy



Geschrieben von specimen-chris am 23.04.2006 um 17:16:

  RE: Nicht umlauffaehig

Zitat:
Original von captainpeter
Artiklenummer bitte. Danke.


Hallo captain,

Artikelnummer: 10 ATS: Art.Nr. 8410436294
20 ATS: Art.Nr. 8410435787

Hoffe, das reicht Dir, ich find den Link nicht, hätte sonst den reinkopiert.

Eine Frage an den Captain: Wenn Dir auf Deiner Reise ein SPECIMEN in die Hand kommt und Du nicht anders kannst, als ihn zu nehmen, bitte denk an mich. VIVA ITALIA !!!!!!!!!!!

mfg Österreich-Hüpfer

Chris



Geschrieben von alex11 am 23.04.2006 um 17:24:

  RE: Nicht umlauffaehig

Hallo,

ich würde darauf tippen, dass es etwas mit der Außerkraft-Setzung schon gedruckter (bzw. umgewechselter) Scheine zu tun hat.

Sinngemäß also "NICHT (MEHR) UMLAUFFÄHIG"... augenzwinkernd

Alexander



Geschrieben von ohrgasmus am 23.04.2006 um 17:38:

  RE: Nicht umlauffaehig

In der Literatur findet man darüber leider nichts, aber meine Vermutung dazu ist folgende:

Der Stempel ist für alle 3 Nominale der ersten österreichischen Noten nach dem 2. Weltkrieg bekannt. Diese Interimsnoten zu 10, 20 und 100 Schilling wurden 1945 aus der Not mit den Druckplatten älterer Schilling Ausgaben hergestellt, nur das Datum wurde verändert.

Diese Noten blieben jedoch nicht lange im Umlauf. Grund dafür war das Währungsschutzgesetz von 1947. Aufgrund dieses Gesetztes wurde der Nennwert der alten Noten auf ein Drittel reduziert und die Banknoten durch neue ersetzt (die sich teilweise nur durch die Allonge mit Aufdruck "Zweite Ausgabe" von diesen unterschieden).

Ich vermute, dass der Stempel "Nicht umlauffähig" mit diesem Umtausch zu tun hat.

Entweder für Noten, die zu spät zum Umtausch gebracht wurden - allerdings hätte hier eine Entwertung eher wenig Sinn, denn genauso gut könnte man die Noten einfach einziehen und damit aus dem Umlauf nehmen.

Oder um den Geltungsbereich der Noten einzuschränken (evtl. durften diese mit dem Stempel versehenen Noten zwar noch auf der Bank eingetauscht, aber nicht mehr im Zahlungsverkehr verwendet werden).

Oder es wurden überhaupt alle eingezogenen Scheine so gestempelt um zu verhindern, dass diese auf Umwege wieder ausgegeben werden und die nun vorhandenen Noten sind Stücke, die man sich zum Sammeln als Andenken oder was auch immer zur Seite gelegt hat.

Das basiert aber alles nur auf Vermutungen, wenn jemand mehr dazu weiß, würde mich das auch sehr interessieren.

Zur Marktlage kann ich folgendes sagen: Die Noten sind nicht extrem selten und werden immer wieder angeboten. Auch in Bankfrisch habe ich schon - selten aber doch - Exemplare gesehen.



Geschrieben von captainpeter am 23.04.2006 um 17:55:

  RE: Nicht umlauffaehig

sie könnten auch von irgendjemand nach Ablauf der Gültigkeit gefunden worden sind. Der hat sie zur Bank gebracht, und die hat sie dann pflichtgemäß an die ÖNB weitergeleitet, worauf sie ungültig gestempelt worden sind und vergessen zu verbrennen.

so ungefähr etwa .... kopfkratzend

italy



Geschrieben von ohrgasmus am 23.04.2006 um 18:14:

  RE: Nicht umlauffaehig

Zitat:
Original von captainpeter
sie könnten auch von irgendjemand nach Ablauf der Gültigkeit gefunden worden sind. Der hat sie zur Bank gebracht, und die hat sie dann pflichtgemäß an die ÖNB weitergeleitet, worauf sie ungültig gestempelt worden sind und vergessen zu verbrennen.

so ungefähr etwa .... kopfkratzend


Könnte schon sein. Nur: Welche Motivation hat man eine Banknote nach Ablauf der Gültigkeit zur Bank zu bringen??? Das wäre so, als würde ich heute einen 1000er von 1961 finden und diesen zur Bank bringen, obwohl ich dafür nichts bekomme. Wer macht denn sowas kopfkratzend

2te Frage: Warum sollte die ÖNB Noten, die eh schon allgemein bekannt wertlos sind als "ungültig" bestempeln.

Eher noch könnte es so gewesen sein, dass bei der Umtauschaktion alle eingegangenen Noten mit "Nicht umlauffähig" bestempelt wurden, um vorzubeugen, dass diese vorne reinkommen und hinten wieder rausgehen. Dass also findige Bankmitarbeiter diese nicht nochmal in Umlauf bringen. Also in etwa in der Art wie bei der 2ten Kronen Abstempelung in Jugoslawien.



Geschrieben von *ryhk* (†) am 23.04.2006 um 18:35:

  RE: Nicht umlauffaehig

¡Hola!

Zitat:
Original von ohrgasmus
Nur: Welche Motivation hat man eine Banknote nach Ablauf der Gültigkeit zur Bank zu bringen???


Dazu muss man das wissen, dass das Stück Papier, was man in der Hand hält, kein Geld mehr ist.
Ich war mal in einer BA-CA-Filiale und habe da eine Spendenbox gesehen; der Inhalt bestand nicht nur aus quasi hergeschenkten Schillingscheinen der Achtziger, sondern auch aus Kronennoten der 1. Republik und der Doppelmonarchie.
Klar konnte man diese Scheine längst nicht mehr in Schilling oder gar Euro umtauschen, aber mir wurde sehr glaubhaft erzählt, dass manch altes Mütterchen und junges Herrlein in die Bank spazierte und ernsthaft daran dachte, aus den "1.000 Kronen" 75 Euro machen zu können. Vielleicht hat man teilweise, wenn sie nicht als Spende abgegeben worden sind, dann so einen Stempel draufgejagt?
Und dass einige teilweise lustige Geschichten im Umgang mit "altem" Geld passiert sind, ist auch unbestritten. Damit ist nicht der sechszigjährige Deutsche gemeint, der 15.000 DM im WC runterspülen wollte, weil er dachte, dass dieses Geld nichts mehr wert sei; ich denke da eher an den US-Amerikaner, der die Bundesbank verklagte, weil sie keinesfalls die Reichsmarkinflationsnoten in DM bzw Euro umtauschen wollte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man bei solchen Fällen einen derartigen Stempel auf die Banknoten draufjagt.
Und schliesslich habe ich es schon gesehen, dass eine in Köln Hbf aufgestellte Spendenbüchse, in der Geldscheine aus aller Welt drinlagen, nach gültigen und ungültigen Geldscheinen durchsucht wurde; sie wurden jeweils separat gelegt und frevelhafterweise hat man die nicht mehr umtauschbaren Geldscheine dann mit einem handelsüblichen Locher "perforiert".

Zitat:
2te Frage: Warum sollte die ÖNB Noten, die eh schon allgemein bekannt wertlos sind als "ungültig" bestempeln.


Könnte dieser Grund zutreffend sein:
Damit andere Banken, auch ausserhalb des Landes, diese nicht versehentlich doch in gutes Geld umtauschen und dann auf ihrem Schaden sitzenbleiben?


Adíos
Ronny



Geschrieben von hama1947 am 23.04.2006 um 22:31:

  RE: Nicht umlauffaehig

Hallo ronny,
zu meiner aktiven Zeit ( bis 31.3.2003 ) wurde der Schilling ingezogen
und die Spendenboxen aufgestellt. Hier wurde absolut kein Geld (außer von mir : teuflisch lachend rausgefischt, bzw abgestempelt. Die Vermutung von ohrgasmus, das die Noten abgestempelt wurden um sie aus dem betrügerischen Umlauf zu ziehen, hat meiner Ansicht schon sehr viel für sich. Durch die Ähnlichkeit dieser 2 Noten war die Verwechslungsgefahr schon sehr groß. Nicht nur für Banken, sondern auch für die noemale nicht so gut informierte Bevölkerung.



Geschrieben von ohrgasmus am 09.09.2006 um 12:26:

  RE: Nicht umlauffaehig

Habe mich beim Österreichexperten Rudolf Richter zu dem Thema erkundigt. Lt. Richter wurde der Stempel verwendet um auszuschließen, dass einmal eingelöste Scheine wieder in den Umlauf kamen.

Zitat Richter: "Der Stempel „Nicht umlauffähig“ wurde von den Banken auf die zur Einlösung vorgelegten Noten abgeschlagen, um einen Mißbrauch mit diesen bereits ungültigen Scheinen zu verhindern. Scheinbar gab man den Einreichern über Verlangen szt. diese Noten wieder zurück oder sie stammen aus einem Lot der zur Vernichtung vorgesehenen Banknoten"



Geschrieben von Lord Vader am 10.09.2006 um 00:04:

  RE: Nicht umlauffaehig

na, die Recherche hat ja länger gedauert als meine Spitzbergen, alle Achtung gross grinsend


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